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AC-gekoppelte Anbindung mit Solis: Funktionsweise und Einsatz des Smart Ports

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Die Nachfrage nach Batteriespeichern wächst schnell, auch bei Anlagen, die bereits vor Jahren installiert wurden. In der Praxis kommst du als Installateur immer häufiger zu bestehenden PV-Anlagen, bei denen der Kunde erweitern möchte, ohne alles zu ersetzen. Die AC-Kopplung mit einem Solis Hybrid-Wechselrichter bietet hier eine intelligente und praktische Lösung, insbesondere in Kombination mit dem Smart Port.

Anstatt Anpassungen auf der DC-Seite vorzunehmen, arbeitest du bei der AC-Kopplung über die Wechselstromseite. Der bestehende PV-Wechselrichter bleibt weiterhin in Betrieb und wird sozusagen „hinter“ dem Hybrid-Wechselrichter platziert. Dadurch kannst du Speicher hinzufügen, ohne große Änderungen an der bestehenden Anlage vorzunehmen.

Wie sieht die Installation aus?

In der Praxis bleibt der bestehende PV-Wechselrichter vollständig erhalten, unabhängig davon, ob es sich um einen String-Wechselrichter, ein Optimizer-System oder Mikro-Wechselrichter handelt. Du ergänzt einen Solis Hybrid-Wechselrichter, der mit dem restlichen System verbunden wird. Der Aufbau sieht wie folgt aus:

  • Der bestehende PV-Wechselrichter bleibt wie bisher angeschlossen
  • Das AC-Kabel dieses Wechselrichters wird am Smart Port des Solis angeschlossen
  • Der Solis Hybrid-Wechselrichter wird verbunden mit:

    • einer Batterie
    • einem Energiezähler (über ein Signalkabel)
    • optional zusätzlichen PV-Modulen über die PV-DC-Eingänge

In dieser Konfiguration fungiert der Smart Port als PV-Generatoranschluss.

Was passiert mit der Energie?

Der bestehende PV-Wechselrichter speist seine Energie in das interne AC-Netz der Anlage ein. Der Hybrid-Wechselrichter entscheidet anschließend kontinuierlich, was mit dieser Energie geschieht. In der Praxis bedeutet das, dass die Energie genutzt wird für:

  • den direkten Verbrauch im Gebäude
  • das Laden der Batterie (AC zu DC)
  • die Einspeisung ins Netz, sofern dies zulässig ist

Wenn die Batterie voll ist und beispielsweise eine Zero-Export-Einstellung aktiv ist, greift der Hybrid-Wechselrichter automatisch ein. Dies geschieht über eine Frequenzsteuerung am Smart Port. Durch das Erhöhen der Frequenz wird der bestehende PV-Wechselrichter heruntergeregelt. Dieser Prozess wird als PV-Limiting bezeichnet und verhindert eine unerwünschte Einspeisung.

Der Smart Port in der Praxis Der Smart Port ist ein multifunktionaler AC-Anschluss und spielt eine zentrale Rolle in dieser Lösung. Je nach Konfiguration kannst du diesen Anschluss auf drei Arten nutzen:

  • Generatoranschluss Zum automatischen Starten und Stoppen eines Generators bei niedrigem Batteriestand
  • Zusätzlicher Backup-Anschluss Zur Versorgung nicht kritischer Verbraucher wie Boiler, Ladestation oder Klimaanlage, abhängig vom Batteriestatus
  • PV-Generatoranschluss für netzgekoppelte Wechselrichter Zum Anschluss einer bestehenden PV-Anlage, wie in diesem Artikel beschrieben

Diese Flexibilität macht das System in unterschiedlichen Situationen vielseitig einsetzbar.

Vorteile für Installateure

In der Praxis liegen die größten Vorteile in der Einfachheit und Flexibilität dieser Lösung. Du kannst bestehende Anlagen aufrüsten, ohne große Anpassungen vornehmen zu müssen.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Batteriespeicher hinzufügen, ohne den bestehenden PV-Wechselrichter auszutauschen
  • Keine Anpassungen an der AC-Installation oder am Zählerschrank erforderlich*
  • Weniger Installationszeit und geringere Kosten
  • Möglichkeit, später dennoch vollständig auf den Hybrid-Wechselrichter umzusteigen
  • Zusätzliche kommerzielle Chancen bei bestehenden Kunden
  • Keine Übernahme der Systemverantwortung für den bereits vorhandenen netzgekoppelten Wechselrichter und die vorhandenen Solarmodule
  • Bei Netzausfall können die Notstromkreise auch Solarstrom aus der bereits vorhandenen PV-Anlage nutzen

Wichtige Punkte, die du beachten solltest

Obwohl die Installation relativ einfach ist, gibt es einige Punkte, die du berücksichtigen solltest:

  • Die Leistung des bestehenden Wechselrichters muss innerhalb der Grenzen des Solis bleiben

    • 3-phasig: maximal in Höhe der Nennleistung des Hybrid-Wechselrichters
    • 1-phasig: maximal etwa 1/3 der Leistung, wenn der Anschluss an einen 3-phasigen Wechselrichter mit
  • Generatoranschluss erfolgt
  • Der Energiezähler muss korrekt installiert und eingestellt werden
  • Die richtige Funktion des Smart Ports muss ausgewählt werden (AC-Kopplung)
  • Zero Export und PV-Limiting müssen bei Bedarf korrekt eingestellt werden

Unterstützte Wechselrichter

Die AC-Kopplung über den Smart Port (Generatoranschluss) wird von den folgenden Modellen unterstützt:

  • S6-EH1P(3-10)K-L-PLUS
  • S6-EH3P(8-18)K02-NV-YD-L
  • S6-EH3P(12-20)K-H
  • S6-EH3P(30-50)K-H
  • S6-EH3P(80-125)K10-NV-YD-H

Über den Backup-Anschluss ist dies auch möglich bei:

  • S6-EH3P(5-10)K-H-EU
  • S6-EH3P(5-10)K2-H

Warum das in der Praxis interessant ist

In Gesprächen mit Installateuren fällt auf, dass diese Lösung oft noch unterschätzt wird. Sobald man damit vertraut ist, entsteht schnell Begeisterung. Nicht nur, weil sie technisch interessant ist, sondern vor allem, weil sie eine niedrigschwellige Möglichkeit bietet, bestehende Kunden erneut anzusprechen.

In einem Markt, in dem Netzengpässe und Einspeisebegrenzungen immer häufiger auftreten, bietet die AC-Kopplung eine praktische und zukunftssichere Lösung, die du als Installateur immer häufiger einsetzen wirst.

Die AC-Kopplung über den Smart Port ermöglicht es dir, bestehende PV-Anlagen schnell und effizient mit Speicher zu erweitern, ohne aufwendige Anpassungen. Für dich als Installateur bedeutet das weniger Aufwand, mehr Flexibilität und vor allem neue Chancen in einem wachsenden Markt.

* Wenn die bestehende Anlage an einen PV-Verteiler angeschlossen ist, solltest du prüfen, ob dies hinsichtlich der Absicherung möglich ist, da ein zusätzlicher Verbraucher hinzukommt, wenn die Batterie aus dem Netz nachgeladen werden muss.